11 Freunde oder Wenn ein konservatives Magazin, Konservativen applaudiert, weil sie einen Konservativen bedrohen.

Ihr werdet uns sicherlich zustimmen, dass 11 Freunde ein Fussballmagazin, welches sich klar der Fussballtradition verschrieben hat und gern die gute alte Zeit romantisiert. Beim Thema „RB Leipzig“ kann es auch mal etwas deftiger zugehen. Da schlägt man gern mal extreme bis hin zu extremistischen Tönen an, die zum Teil strukturellen Antisemitismus fördern, wie Alex Feuerherdt in einem Interview mit netz-gegen-nazis aufzeigt.

Und was genau war Deiner Meinung nach das Problem an der „11 Freunde“-Titelgeschichte?

Das Fatale an solchen Beiträgen ist der politische Gehalt, der ihnen innewohnt, die Anfälligkeit für Ideologie, genauer gesagt: der regressive Antikapitalismus. Die „11 Freunde“ und mit ihnen viele der RBL-Gegner verklären und romantisieren das vermeintlich Authentische und Ursprüngliche, die angeblich traditionelle Beschaulichkeit und Einfachheit. Genau das ist seit jeher die Kehrseite des Fortschritts kapitalistischer Gesellschaften. Und der Fußball bietet eine Projektionsfläche hierfür.  Die abstrakte Zirkulation des Kapitals – die bei „11 Freunde“ als „Geschäftemacherei“ firmiert – wird wie „Vert et Blanc“ in einem lesenswerten Text schrieb, „auf den konkreten Klub projiziert, ja, zu seinem Wesenskern stilisiert – fortan kann RB Leipzig als Chiffre für das Andere, Uneigentliche und Unechte dienen“. Genau das ist die Bedingungsmöglichkeit für den strukturellen Antisemitismus.

Eben dieses konservative Magazin zieht nun seinen Hut vor Fans des FC Köln. Also Fans einer Sportart, welche nicht im Verdacht steht besonders progressiv zu sein. Fans aus der lokalpatriotischsten Stadt Deutschlands. Fans eines Traditionsklubs, welche auch gern mal die Tradition der Gewaltbereitschaft gegenüber Anhängern anderer Clubs, besonders denen von Borussia Mönchengladbach pflegen.

Und warum ziehen sie den Hut? Weil eben jene FC Fans im Zug von Berlin nach Köln Bernd Lucke entdecken und dem konservativen Politiker mit dem Satz „Wir wollen keine Nazis hier“ den Ausstieg nahelegen.

Also wir fassen nochmal zusammen: Ein konservatives Magazin, welchem Tradition über alles geht und gern mal Nazivokabular nutzt, zieht seinen Hut vor gewaltbereiten, konservativen Lokalpatrioten, weil diese in der Gruppe einen konservativen Politiker erspähen und bedrohen. Denn, und darin sind sich wohl alle einig, er vertritt traditionelle, konservative Werte und wer so etwas vertritt, kann nur ein Nationalsozialist sein. Is ja nicht so, dass wir besondere Sympatien für Mimimi-Bernd und Konsorten übrig haben, aber sagt mal, finden nur wir das wirr?

Hut ab! http://m.11freunde.de/news/325036

Posted by 11 FREUNDE on Sonntag, 19. April 2015

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