#AktionArschloch unterstützen nur Arschlöcher, hört lieber „Hey Mr. Nazi“

Es wird für uns derzeit Tag für Tag schwerer leichte Unterhaltung zu publizieren, denn das was wir aktuell sehen macht uns schlicht und einfach wütend. Und damit meinen wir nicht nur die ausländerfeindlichen Idioten, sondern explizit und im besonderen auch die andere Seite. Wir sehen eine kontinuierliche Verschärfung des Konfliktes und es ist keine Frage mehr ob es zu Todesfällen kommen wird, sondern nur noch „Wann und wie viele?“.

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Aktueller Höhepunkt und quasi das Best-Practice-Beispiel der Ignoranz ist #AktionArschloch. Klar ist auch das gut gemeint, aber gut gemeint ist nunmal nicht gut gemacht. Es wird dazu aufgerufen ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen indem man sich „Schrei nach Liebe“ anhört und den Song auf Platz 1 deutscher Musikcharts katapultiert. Ziel ist es laut dem Initiator

auf einfache Weise dazu beitragen, ein Zeichen gegen die in Deutschland grassierende Fremdenfeindlichkeit zu setzen

Im Prinzip zeigt #AktionArschloch damit ideal und ungewollt  das Grundproblem auf. Denn es gibt keine „einfache Weise“ bei der aktuellen Katastrophe und das was hier propagiert wird ist eine bequeme Weise verdammte Scheiße nochmal!

JA! die Aktion ist gut gemeint und wird auch ne Menge Geld für ProAsyl einspielen. Aber mehr wird es nicht bringen, sondern ganz im Gegenteil wird es die aktuelle Situation noch verschärfen. Denn, wir wiederholen uns, gut gemeint ist nunmal nicht automatisch gut gemacht.

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Natürlich ist #AktionArschloch die perfekte Aktion für den deutschen Michel. Denn er kann wieder mal das machen was er am besten kann, mitlaufen anstatt mitzudenken. Mit dem geringstmöglichen Aufwand kann er sich und anderen versichern zu den Guten zu gehören und „seinen Teil zur Lösung beizutragen“.

Aber was glauben all die Mitläufer eigentlich was es bewirken soll, dass „Schrei nach Liebe“ auf Platz 1 der deutschen Charts ist? Warum sollte es die aktuelle Flüchtlingskatastrophe verbessern? Warum sollten Flüchtlingsgegner durch dieses „Zeichen“ ihre Meinung ändern? Warum sollte durch #AktionArschloch kein weiteres Flüchtlingsheim brennen? Euch fallen keine Antworten ein? Das liegt daran, dass es keine Antworten darauf gibt.

Sollen wir euch sagen was passiert?

Fangen wir mit dem Positiven an. Zum einen wird es ne Menge Geld für ProAsyl geben und zum anderen erkauft sich jeder Unterstützer der Aktion ein gutes Gewissen und das Gefühl etwas getan zu haben. Außerdem kann man sich damit versichern auf der richtigen Seite zu stehen.

Das Geld, welches für ProAsyl eingespielt werden wird, steht jedoch in keinem Verhältnis zu den weiterhin brennenden Heimen. Und diese werden in Zukunft nicht mehr nur leerstehend sein, sondern darin werden sich Flüchtlinge befinden und es wird über kurz oder lang zu Toten kommen. Klar könnte man die Polizei abstellen diese zu schützen. Aber machen wir uns nichts vor, die Polizei wurde in den letzten Jahren so sehr gekürzt, dass sie schon mit der aktuellen Demonstrationssituation überfordert ist. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie Unterkünfte von ca. 800.000 Flüchtlingen schützen kann?

Ihr glaubt, dass die Aktion ausländerfeindliche Vollspacken dazu bringen wird über alles nachzudenken? Warum? Weil „Schrei nach Liebe“ auf Platz 1 steht oder weil man sie als „Arschloch“ tituliert? Hat es bisher geholfen sie „Pack“ oder direkt „Nazi“ zu nennen? NEIN! Ganz im Gegenteil schafft man so noch mehr Zusammenhalt und treibt jeden, der sich von der aktuellen Situation überfordert sieht in die offenen Arme rechter Rattenfänger.

DIE ÄRZTE singen „Weil du Probleme hast die keinen interessieren“ aber das ist falsch. Die rechten Rattenfänger interessieren sich sehr wohl für die Probleme der Angstbürger, denn das ist der Boden auf dem ihre ekelhafte, menschenfeindliche Ideologie wachsen kann und wird.

Die #AktionArschloch vergrößert schlicht und einfach den Graben, der sich aktuell durch die Gesellschaft zieht. Was dazu führt, dass er bald nicht nur so groß wie das Mittelmeer sein wird, sondern für Flüchtlinge ebenso tödlich! DANKE AN ALLE ARSCHLÖCHER die mitmachen und mit graben! (Wir sind uns bewusst, dass wir hier Menschen beleidigen, die es ja eigentlich nur gut meinen, aber vielleicht merkt so der ein oder andere wie „hilfreich“ Beleidigungen im aktuellen Diskurs sind.)

Was hilft wirklich?

Es ist nicht cool, es ist nicht so schön einfach wie „Schrei nach Liebe“ anzuhören und es macht auch definitiv keinen Spaß. Aber es ist die einzige Lösung. Man muss immer, immer, immer, immer, immer und immer wieder mit Flüchtlingsgegnern zu reden und ihnen die Ängste nehmen. Nur wenn sie verstehen und sehen, dass Flüchtlinge verdammt arme und hilfsbedürftige Menschen sind, dann überlegen sie es sich vielleicht zweimal ob sie ein Heim anzünden.

Und wenn ihr unbedingt ein Lied als Zeichen in die Charts bringen wollt, dann nehmt Blumio mit „Hey Mr. Nazi“. Das wäre mal ein Zeichen bei dem sich vielleicht auch die Angstbürgern, besorgten Bürger, Pegida-Mitläufer angesprochen fühlen.

20 Responses

  1. Alex B
    Alex B at |

    Ich Gutmenschen Arschloch und steh dazu.
    Man muss mit den Menschen reden?
    Mit welchen?
    Meint ihr die, die unter das Foto von Ailan schreiben:
    Wir trauern nicht, feiern!
    Einer ist einer zu wenig.
    Ist doch eh nur ne Puppe!

    Was wollt ihr diesen Menschen klar machen, welche Ängste wollt ihr Ihnen nehmen?
    Wie redet man mit einem Lutz Bachman, einer Tatjana Festerling, einer Esther Seitz und ihrem Gefolge?

    Was haltet ihr von der Aktion von „Kein Bock auf Nazis“ ?
    Auch eine dumme Aktion von dummen Arschlöchern?

    #AktionArschloch
    #Blumio
    #KeinBockaufNazis

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  2. Heiko R.
    Heiko R. at |

    Natürlich wird ein Lied keine Meinung ändern. Genauso wenig ändern Nazis aber ihre Meinung, wenn man mit ihnen „redet“. Nazis sind dumm und ignorant und es gibt keinen Weg, sie zu „überreden“, weil sie es einfach nicht verstehen. Die Entwicklung des Nazis ist abgeschlossen, wenn er Parolen grölen und allein aufs Töpfchen gehen kann. Was helfen könnte? Nazis konsequent wegsperren. Die bauen so viel Scheiße, dass sie eigentlich permanent im Knast sitzen müssten, und von dort können sie nicht viel tun. Die Politik muss die Strafen verschärfen und so die Nazis aus der Öffentlichkeit holen, dann wird auch der Zulauf langsam nachlassen.

    Ich habe mich auch an der Aktion Arschloch beteiligt – warum? Weil Schrei nach Liebe auf Platz 1 der Charts immerhin Aufmerksamkeit bringt. Viele Menschen hören zwar von den Problemen, haben aber keine Lust sich damit zu beschäftigen. Wegzusehen, wegzuhören und den Kopf in den Sand zu stecken ist immer noch die beliebteste Art, mit Problemen fertig zu werden – dies wird jedoch schwieriger, wenn man permanent mit dem Thema konfrontiert wird. Ein Großteil der Deutschen versteht glaube ich, dass jeder Mensch Ausländer ist und dass es jedem passieren könnte, dass er im Ausland um Asyl bitten muss. Je mehr Menschen sich mit dem Thema beschäftigen, desto mehr Menschen stehen theoretisch auch zur Verfügung, um zu helfen. Viele werden das nicht tun, aber wenn durch die Aktion auch nur einer dazu bewegt wird, aktiv den Flüchtlingen zu helfen, dann ist schon etwas gewonnen. Und auch wenn es das Problem nicht an der Wurzel packt: Wenn Geld zusammenkommt, kann Pro Asyl immerhin noch mehr Flüchtlingen helfen, auch das ist in jedem Fall ein Gewinn. Und ob die Aktion Gräben vergrößert und den Zusammenhalt des braunen Packs stört? Ich glaube nicht, denn der Zusammenhalt dieser „Menschen“ ist leider erschreckend gut, eine noch stärkere Bindung wird kaum möglich sein …

    Eure „Kritik“ an dieser Aktion ist übrigens auch nichts anderes als „die perfekte Aktion für den deutschen Michel“, denn kritisieren kann jeder, aber helfen tut ihr damit auch niemandem!

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  3. misanthropia
    misanthropia at |

    Sorry, aber der Typ ist derart schlecht und seine Rhymes so billig, dass ihn wirklich keiner ernst nehmen kann. Und wenn jetzt alle ihn hypen (würden, was keiner tun wird), ändert sich das Flüchtlingsproblem dann dadurch? Dann sind mir einige tausend Euro, die die Aerzte an Pro Asyl spenden wesentlich lieber und auch zielführender, als wenn jemand, der durch Affirmative Action plötzlich hypenswert ist (sieht ausländisch aus, kann kein richtiges Deutsch) vielleicht 34 statt 11 Klicks auf Youtube kriegt.

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  4. Daniela
    Daniela at |

    Das es nicht reich, diese Aktion zu unterstützen ist schon klar. Aber ihr wollt wissen, was es bringt? Es macht aufmerksam! Es zeigt, die meisten Leute haben keinen Bock auf rechte Scheiße! Es bringt die Rechten nicht zum nachdenken, aber es zeigt, dass alle anderen sich dagegen wehren. Das Rassisten nicht akzeptiert werden. Das rechtes Gedankengut nicht akzeptiert wird. Es bewirkt vielleicht, dass auch diejenigen, die sich bisher dem Thema „Flüchtlinge“ entzogen haben, es nicht mehr ignorieren können. Es ist nicht genug, aber vielleicht ein Anfang und bewirkt vielleicht, dass die, die etwas unternehmen, die helfen können, sich vom Sofa erheben und das tun. Und dann wird es immer noch Rassisten geben. Aber sie werden sich nicht durchsetzen können!

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  5. Doktor Kawasaki
    Doktor Kawasaki at |

    Niemand soll die Meinung von Nazis ändern. Wer ein Flüchtlingsheim anzündet, dem IST nicht mehr zu helfen. Es geht nicht darum, Brandstifter und Gewalttäter „zum Denken“ zu bringen. Es geht darum, die unentschlossene oder „nur“ von Vorurteilen belastete Mehrheit in Deutschland auf die richtige Seite zu ziehen – also die, die noch für Argumente zugänglich sind.

    Die Nazis zündeln auch deshalb, weil sie glauben, der Mehrheit damit einen Gefallen zu tun. Also kann man sie sehr wohl auch indirekt angreifen! Nämlich indem man ihnen den Rückhalt entzieht! Und dieser Rückhalt stammt aus dem Teil der Bevölkerung, der nicht zündelt, sondern „nur“ Vorurteile in sich trägt.

    Und niemand der „Angst in sich trägt“, zündet ein Flüchtlingsheim an. Diese Brandstifter sind aggressive Straftäter und keine „besorgten Bürger“.

    Eure Alternativlösung ist übrigens so gut wie überhaupt nicht „alternativ“. Als Alternative zur Verbreitung eines Songs schlagt ihr die Verbreitung eines anderen Songs vor. Nicht besonders originell oder überzeugend. Das ist zu 90 % dieselbe Lösung. Und der Vorschlag, die Vorgehensweise zu 10 % zu ändern, rechtfertigt wohl kaum solche heftigen reaktionen wie die Anhänger von Aktion Arschloch selbst als Arschlöcher zu bezeichnen. Damit stellt man die Gegner von Nazis auf dieselbe Ebene mit ihnen (die im Song ja als A. betitelt werden).

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  6. Dani
    Dani at |

    Warum immer alles weichspülen??? Nazis sind Arschlöcher. Ich denke daran gibts nichts zu rütteln….

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  7. Südbade
    Südbade at |

    Ich unterstütze die Aktion nicht etwa (und vermutlich sonst auch niemand der Unterstützer), weil ich etwa die naive Meinung vertreten würde, dass es Nazis, „Angstbürger“, „Asylgegner“ oder „besorgte Bürger“ davon abhalten würde Flüchtlingsunterkünfte anzuzünden oder Ausländer zu beschimpfen oder dass es gar deren Gesinnung ändern würde. Ich unterstütze die Aktion, weil es mir wichtig ist, dass gerade jetzt völlig klar ist, dass die besagten Teile der Bevölkerung nur eine winzige Minderheit sind und nicht die Meinung des Großteils der Bevölkerung vertreten – und eben auch nicht meine Meinung. .
    „Ihr glaubt, dass die Aktion ausländerfeindliche Vollspacken dazu bringen wird über alles nachzudenken? Warum? Weil „Schrei nach Liebe“ auf Platz 1 steht oder weil man sie als „Arschloch“ tituliert? Hat es bisher geholfen sie „Pack“ oder direkt „Nazi“ zu nennen?“ Nein, das glaubt vermutlich so gut wie keiner, der diese Aktion unterstützt – wir sind nicht dumm! Aber wir glauben, dass Deutschland viel schöner ist, als es diese Menschen zu machen versuchen und AktionArschloch bietet eine Möglichkeit, das auf einfache – und wie du sagst bequeme Weise – zu publizieren. Wenn die Mehrheit der Bevölkerung ein klares Zeichen setzt, dass sie grundsätzlich offen gegenüber Ausländern ist und bereit ist, Flüchtlingen zu helfen und nicht die Meinung und auch nicht die Ängste derer teilt, die in Heidenau und anderen Orten die Menschenrechte mit Füßen treten, dann wird die Politik handeln müssen und tut es bereits. Dass das nicht alleine die AktionArschloch bewerkstelligt, ist jedem bewusst, aber es kommt auf die Summe der Zeichen an, die gesetzt werden.
    Viele, die diese Aktion unterstützen, engagieren sich auch darüberhinaus. Wenn du eine bessere Idee hast, als die AktionArschloch, dann werden dich vermutlich die gleichen Menschen unterstützen, die in diesen Tagen „Schrei nach Liebe“ abspielen, kaufen und weiterverbreiten. Mit Sicherheit hilft es mit Menschen zu sprechen und sich mit ihren Ängsten auseinanderzusetzten. Es hilft auch, gerade bei dieser Thematik zusammenzuhalten und nicht die Schwächen jeder „gut gemeinten“ Aktion zu suchen. Wenn Du also verhindern willst, „den Graben, der sich aktuell durch die Gesellschaft zieht“ zu verkleinern, solltest du darüber nachdenken, ob es dabei hilfreich ist, Menschen, die sich gegen Rechts positionieren (denn dies ist die Absicht der AktionArschloch), als Arschlöcher zu bezeichnen, obwohl du im Grunde die gleichen Ziele wie sie verfolgst.

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    1. fpl
      fpl at |

      +1 !

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