das zwölfte türchen oder die halbzeitanalyse

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schönen guten tach,

wir haben den 12.12. und die hälfte der friedlich, freudig, besinnlichen vorweihnachtszeit ist vorbei. machen wir doch mal eine halbzeitanalyse und beantworten fragen wie:

sind die ziele bisher erreicht? war die aufstellung ok? geht die strategie auf? und sind für die zweite hälfte irgendwelche wechsel angedacht?

also zu den zielen muss ganz klar gesagt werden, dass bisher teilerfolge auf allen ebenen zu verbuchen sind, allerdings ist der richtige befreiungsschlag im geschenkdilemma noch nicht gelungen. da wir allerdings in einer zeit leben in der wunder relativ inflationär geschehen, wo sogar der fc köln gewinnt, sehen wir hier keine probleme.

die aufstellung ist im prinzip weltklasse. wenn jetzt noch etwas auf dem posten der geschenkverpackung getan wird, dann ist der weihnachtsturniersieg 2010 marKo nicht mehr zu nehmen.

die strategie alles-auf-den-letzten-drücker-machen zahlt sich bisher aus. denn machen wir uns nix vor, nur unter druck entstehen diamanten.

das einzige wo eventuell wechselbedarf besteht ist wie schon erwähnt beim posten geschenkverpackung. hierfür wird entweder noch schnell ein origamikurs gebucht oder aber die youtubevideos “geschenke verpacken – grundlagen 1 + 2” werden intensiv studiert.

kommen wir jetzt aber mal wieder zur topsuperstartalentshow. der heutige kandidat wurde von einem stuttgarter banker vorgeschlagen und da es weder onkel dagobert noch einer von den lehmann brüdern ist, gibts lob und anerkennung in schärfster form für dich zibbe!

der vorhang öffnet sich, die jury sieht auf die bühne und glaubt ihren augen nicht. da steht jemand in rotem kostüm, mit weißem bart und einem sack in der hand. offensichtlich hat der kandidat sich schon sehr gut in die rolle eingelebt, denn alles scheint enorm authentisch zu sein.

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maria begrüßt den kandidaten: “hallo, sag doch einfach mam wie du heißt und warum du das topsuperstarweihnachtsmanntalent 2010 werden solltest?”

kandidat [in leicht zornigem tone]: “gudn tach. isch bin der sandmann ausm osten und isch will jarnisch mitmachen bei eurer schow. isch will nurma sachen wie ich das janze hier finde.” (natürlich spricht das ostsandmännchen sächsisch, denn das machen ja alle ossis. wer beim verständnis probleme hat, dem empfiehlt der schreiberling google)

rufolf fragt verwirrt nochmal zurück: “sie möchten also nicht den weihnachtsmann in diesm jahr vertreten, da dieser krankheitsbedingt ausfällt?”

sandmännchen: “wissen se, ich will ja nich rumknatschn, aber als isch jehört hab das der weihnachtsmann n bürnaud hat,also da is mir schon de hutschnur jeplatzt. ich muss jedn tach im jahr klächen. hab ken urlaub un kene feiertache. jedn abnd mussch los un wänstern sand in de oochen schmeißen.”

maria: “ja aber ist doch auch ne wichtige und gute arbeit.”

sandmännchen [noch n takken zorniger]: “ach hörn se mir nur off mit guter arweit! wissen se, nach dor wende habsch jedacht es wird alles besser. aber nischt da. der ausm westen der hats richtich jemacht. ab in rente un scheeen de eier schaukeln lassn. un ich? ja mir erzähln se das de wänster mich so gern habn und ich nu im ostn un im westn ran darf.”

marKo: “das is doch aber gut, weil”

sandmännchen [fällt marKo ins wort und wir wird stetig zorniger]: “was is das? gut isses? jo klar. wissen se, jetz habsch de vierfache menge an wänstern wie vor der wende. jetz muss isch jedn tach noch mehr klächn. was denken se denn was meine madamm nach der wende jemacht hat? die is zum wessisandmann gegangn. weil der hatte ja nu jenuch knete un zeit. die gondeln nu überall of der welt rum un das dumme sandmännchen klächt weiter. weil de wänster ham mich ja so gerne.”

das sandmännchen macht eine kurze kunstpause. aber bevor einer aus der jury was sagen kann. gehts schon weiter.

sandmännchen: “so! un dann mach isch emal nach der arweit de glotze an, seh de schou hier un muss hörn das der arme weihnachtsmann n bürnaud hat. weil er ja en tach im jahr arweiten muss un das das so schlümm is. das er nen selbstfindungstrip machn tut unsoweider. wissen se, wenn ich sowas machen würde, dann sachen se widder alle ‘gucke da, der jammerossi’, aber wenns der weihnachtsmann is, da machen mer gleich ne schou drauß! so isses nämlich un das wollt ich nu ma jesacht ham!”

sprachs, drehte sich um, verließ zornig die bühne und hinterließ eine perplexe jury.

ich wünsch euch allen eine ganz charmanten dritten advent

der halbzeitmarKo

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