Die SPD 2017: „Wir achten darauf, dass Unternehmen genügend Arbeitnehmer für unterbezahlte Scheißjobs finden“

Update: Wie wir bei Übermedien lesen musste, hat der Deutschlandfunk, das Zitat mal mächtig sinnentstellt. Denn unsere Arbeitsministerin sagte wohl tatsächlich „Das Grundeinkommen führt dazu, dass keiner mehr schlecht oder niedrig entlohnte Arbeit macht. – Leute, wenn das stimmen würde, dann käme ich ins Schwanken.“ (http://uebermedien.de/15483/dlf-entstellt-andrea-nahles-position-zum-grundeinkommen) Wir lassen das hier trotzdem mal stehen. 

a) um zu zeigen, wie schwer es heutzutage ist verlässliche Quelle zu kennen (ey, der DEUTSCHLANDFUNK fälscht hier einen Inhalt!)

b) finden wir trotzdem, dass die SPD nicht mehr der Anwalt der Arbeiter ist und das S in SPD für billiglohnSektor steht. Wir sagen nur Agenda 2010!

c) ihr seht daran, dass auch wir nicht unfehlbar sind.

Wie euch vielleicht nicht entgangen sein wird, erlebt die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens derzeit immer mehr Aufmerksamkeit. Was logischer Weise dazu führte, dass auch wir Schindluder uns damit auseinander gesetzt haben bzw. in dem Falle haben sich Leute wie marKo mal genauer mit der Materie beschäftigt. Und aus anfänglicher absoluter Aversion gegen diesen Gedanken, hat sich mittlerweile ein relatives Verständnis für die Idee entwickelt. Was aber nicht bedeuten muss, dass Leute wie marKo nun glühende Verfechter sind und jeden verachtet der anderer Meinung ist. Bisher!

Denn was Andrea Nahles zum Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ auf der diesjährigen re:publica erklärte, ist mit absoluter Sicherheit das widerwärtigste, was jemals dazu erklärt wurde. Dabei ist nicht etwa ihre Ablehnung der Idee gemeint, sondern ihre Begründung hierfür. Sie hätte bspw. auf die häufig genannten Bedenken bei der Gegenfinanzierung verweisen können. Sie hätte ebenso, das häufig angebrachte, aber doch unbegründete Vorurteil, dass Menschen allgemein nicht arbeiten würden, wenn sie ein bedingungsloses Grundeinkommen bekämen, nennen können. Wenn ihr euch fragt warum es unbegründet ist. Fragt euch einfach ob ihr nicht mehr arbeiten würdet? Würdet ihr echt den lieben langen Tag vor der Glotze rumhängen oder im Internet sufen? Würdet ihr wahrscheinlich nicht, denn wir sind Menschen und mögen es etwas nützliches zu tun. Zumindest die meisten von uns.

All das und viele andere, teilweise absolut berechtigte, Gegenargumente hätte Andrea Nahles bringen können. Aber was sagt die Bundesministerin für Arbeit und Soziales? Sie erklärt allen ernstes und in aller Öffentlichkeit, dass das bedingungslose Grundeinkommen dazu führt, dass keiner mehr schlechte oder niedrig bezahlte Arbeit machen möchte. Ja ihr lest richtig. Eine SPD Ministerin erklärt ihre Ablehnung der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens damit, dass der Billiglohnsektor nicht mehr funktionieren würde, wenn man Menschen dazu nicht zwingen könnte.

Nur noch mal zur Erinnerung. Unsere Bundesministerin für Arbeit und SOZIALES gehört zu der Partei, die sich einmal als Anwälte der Arbeiterschaft verstanden hat. Aber offensichtlich kämpft die SPD 2017 nicht mehr für bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung, sondern sieht sich als Verfechter der Unternehmen, damit diese genügend Arbeiter bekommen die gezwungen sind miese, unterbezahlte Scheißjobs anzunehmen. 

SPD, das S steht für Billiglohnsektor!

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