Im Gespräch mit Karl Käfer oder so war´s wirklich!

Ungekürzt, ungeschönt un autorisiert. Durch Beziehungen und Bestechung ist es den Verantwortlichen von „Schindluder“ gelungen ein Exklusivinterview von Karl Käfer (Pressesprecher der Realen Umweltpartei) zu erhalten. Er redet erstmals offen über sein Leben, die tatsächliche tragische Geschichte hinter dem Lied das ihn berühmt machte und über die Ziele der Realen Umweltpartei in deren Dienst er sein Leben stellt.

der marKo: Guten Tag Herr Käfer, schön, dass Sie Zeit für uns gefunden haben.

Karl Käfer: Schönen guten Tag marKo und bitte nicht so förmlich, nennen Sie mich einfach Karl.

der marKo: Danke Karl, der Anlass für unser Gespräch ist Ihre Vertreibung vor 30 Jahren. Zwei Jahre später wurde sie in einem Lied thematisiert und anschließen waren sie als Vorzeigeflüchtling sozusagen der Stein des Anstoßes für eine deutschlandweite Umweltdebatte. Sehen Sie uns heute wieder in einer ähnlichen Situation wie damals? Kann man sagen, dass wir aus der Geschichte nichts gelernt haben?

Karl Käfer: marKo ich glaube Sie verdrehen, wie so ziemlich jeder seit 30 Jahren, die Tatsachen. Denn Fakt ist zwar, dass ich und meine gesamte Sippe damals den Wohnort wechselten, allerdings nicht aus Zwang sondern aus Berechnung. Das erklärte ich seit nunmehr 28 Jahren in jedem Interview, aber den Medien war die Wahrheit egal. Immer wieder erzählten sie die falsche Geschichte, da sie sich wahrscheinlich aufgrund des Zeitgeistes bessere Verkaufszahlen erhofften.

Das Lied zum Interview

[EXPAND Zurück auf die Bäume ihr Affen?]der marKo: Was meinen Sie mit Verdrehung der Tatsachen? Warum haben Sie denn wirklich Ihren natürlichen Lebensraum verlassen?

Karl Käfer: Wissen Sie, damals lebten wir in einem Wald. Tagtäglich stellten wir uns dem harten Überlebenskampf. Wir mussten verzweifelt nach Nahrung suchen und dabei stets aufpassen, dass wir nicht zur Nahrung anderer wurden. Irgendwann haben wir dann beschlossen dem unkultivierten Wald mit Kind und Kegel den Rücken zu kehren und in die Müllkippe am Rande der Stadt auszuwandern.

der marKo: Entschuldigen Sie bitte, dass ich nachhake, aber warum haben Sie denn freiwillig Ihren natürlichen Lebensraum verlassen? Sie sind doch ein Käfer und der Wald bietet Ihnen alles was Sie brauchten.

Karl Käfer: Haben Sie schon mal im Wald gelebt?! Es ist mir schleierhaft warum ihr haarlosen Affen immer mit zweierlei Maß messt, oder waren Häuser, Städte und Einkaufszentren schon immer der natürliche Lebensraum von ihnen?

der marKo: Nein, natürlich nicht.

Karl Käfer: Sehen Sie, aber von uns Käfern und allen anderen erwarten Sie, dass wir da bleiben wo wir sind und uns keinen Stück vom Kuchen des Wohlstandes gönnen. Im Gegenteil, die Ökoterroristen unter ihnen.

der marKo: Entschuldigung Herr Käfer, ich glaub Sie meinen Ökoaktivisten. Terroristen sind etwas anderes.

Karl Käfer: Nein, nein, ich weiß schon was ich meine. Ich mein diese Terroristen die uns jeglichen Fortschritt nehmen, in irgendwelche Ghettos einsperren und erklären das wären artgerechte Biotope. Sagen wir etwa „zurück auf die Bäume ihr Affen“?

der marKo: Jetzt sind wir eigentlich schon bei Ihrer Rolle als Pressesprecher der Realen Umweltpartei. Können wir zuerst noch einmal zurück zu dem Lied kommen, dass Sie deutschlandweit bekannt gemacht hat. Sie sagten gerade, dass Sie überhaupt nicht vertrieben wurden, wie kam es dann zu dem Lied?[/EXPAND]

[EXPAND Conny Kakerlake und die tatsächliche Entstehungsgeschichte des Liedes]
Karl Käfer: In Wahrheit hat mein Cousin Conny Kakerlake den Song geschrieben. Die Geschichte dazu ist schnell erzählt. Er ist Ende der 70er Jahre in die Stadt gezogen, um als Liedermacher erfolgreich zu werden. Eines Tages haben die Leute, mit denen er jahrelang friedlich in einer Kommune lebte, Ihn und seine gesamte Familie mit Hilfe grausamster Mittel vertrieben. Tja und wie verarbeitet ein Liedermacher so ein Erlebnis? Er schreibt einen Song darüber.

der marKo: Moment, Sie wollen mir sagen, dass es in dem Lied ursprünglich um die Vertreibung einer Kakerlake ging? Wie kam es dann zu den Textänderungen?

Karl Käfer: Nicht eine Kakerlake wurde vertrieben, sondern Conny und seine gesamte Familie! Wie gerade erwähnt hat er dieses schockierende Erlebnis in einem Lied niedergeschrieben und damit sehr schnell einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Szene erlangt. Irgendwann hab ich dann angefangen auf ihn einzureden, dass er bei einer Plattenfirma vorstellig wird.

der marKo: Und die haben dann gesagt, dass er die Sache umtexten muss?

Karl Käfer: Nein, der Herr von der Plattenfirma fand das Lied super und hat sich direkt die Rechte daran gesichert. Er hat uns, ich sage uns weil ich Karl an diesem Tag begleitet habe, einen Apfel und ein Ei für das Lied geboten und eine ganze Platte in Aussicht gestellt. Wir haben, natürlich ohne den Vertrag zu lesen, sofort eingeschlagen, denn von dem Apfel und dem Ei konnte Conny seine ganze Bagage mehrere Wochen versorgen. Tja, hätten wir mal lieber das Kleingedruckte beachtet.

der marKo: Wieso, was stand da?

Karl Käfer: Lange Rede, kurzer Sinn. In dem Vertrag hat Conny alle Rechte an dem Lied abgetreten und er durfte es selbst nicht mehr singen. Der Plattenheini hat natürlich sofort das Potential des Songs erkannt, aber er wohl auch gewusst, dass es mit einer Kakerlake als Sänger keinen Erfolg haben wird. Da damals das Thema Wald sehr en vogue war, hat er einfach statt der tatsächlichen Vertreibung aus der Kommune, eine Vertreibung aus einem Wald erfunden. Die unbeliebten Kakerlaken wurden zu einem Käfer gemacht und n paar Typen gecastet die das Lied eingesungen haben. Fertig war der Hit. Ob sie meinen Namen absichtlich benutzten um uns noch mal zu demütigen, oder ob es pure Einfallslosigkeit war hab ich nie erfahren.

der marKo: Und wie hat Ihr Cousin darauf reagiert?

Karl Käfer: Was glauben Sie dann? Als er das Lied im Radio hörte war er erst wütend und ist letztendlich daran zerbrochen. Aus einem talentierten Liedermacher ist ein seelisches Wrack geworden. Er hat sich mit Drogen betäubt und suizidale Anfälle gehabt. Letztendlich ist er auf Klebstoff hängen geblieben und ich war es, der ihn tot in einer dieser Klebefallen gefunden hat.[/EXPAND]

[EXPAND Von der Liga der Insektenrechte zur Realen Umweltpartei]der marKo: Kann man sagen, dass dies das ausschlaggebende Ereignis für Ihr umweltpolitisches Engagement gewesen ist?

Karl Käfer: Ohne Zweifel, am Tag von Connies Tod war mir klar, dass ich was tun muss. Also hab ich gemeinsam mit anderen die Liga der Insektenrechte gegründet.

der marKo: Haben sich denn Ihre damaligen Ziele zu den heutigen geändert oder sind sie noch relativ Deckungsgleich?

Karl Käfer: Also anfänglich von Zielen zu sprechen wäre wohl etwas übertrieben. Es war eher ein Zeitgeist, eine Gegenbewegung wenn man so möchte.

der marKo: Gegenbewegung zu was?

Karl Käfer: Zu der immer stärker werdenden Bevormundung durch euch haarlose Affen. Wissen Sie marKo, tausende von Jahren haben alle Geschöpfe mehr oder weniger friedlich nebenher gelebt. Klar hat der eine den anderen gefressen, aber das gehört halt dazu, das ist der Kreislauf des Lebens. Ihr habt das ja auch 200.000 Jahre akzeptiert. Aber plötzlich kommen immer mehr von euch auf die Idee, dass ihr wisst was am besten für alle hier ist. Und nicht nur das, ihr fangt dann auch noch an in unser aller Namen zu sprechen und was noch schlimmer ist, auch zu handeln. Darauf hatten wir einfach keine Lust und haben angefangen uns zu organisieren.

der marKo: Und wie kam es dazu, dass aus der Liga der Insektenrechte die Reale Umweltpartei geworden ist?

Karl Käfer: Das hat sich mit der Zeit so ergeben. Gruppen wie die unsrige gab es in fast allen Gattungen und da wir im Prinzip mehr oder weniger die gleichen Ziele verfolgten, haben wir uns zusammengeschlossen um einflussreicher zu sein.

der marKo: Sie sagen gerade, dass fast alle Gattungen dabei sind. Wer fehlt denn?

Karl Käfer: Im Prinzip fehlen nur die Krokodile. Die sehen das alles, nachdem sie ja schon 230 Millionen Jahre auf der Erde sind, sehr gelassen.

der marKo: Verständlich. Mit Blick auf die Uhr müssen wir nun leider zum Schluss kommen. Deswegen würde ich gern noch mal auf die Ziele der Realen Umweltpartei zurückkommen. Was beabsichtigen Sie konkret?

Karl Käfer: Man kann es in dem Satz zusammenfassen: Wir möchten einfach nur in Ruhe gelassen werden. Hört auf uns zu bevormunden. Hört auf für uns zu sprechen, außer ihr habt vorher mit uns gesprochen und wir haben euch das Wort erteilt. Und vor allem, wollen gleiches Recht auf Wohlstand und Fortschritt für alle.[/EXPAND]

der marKo: Ich bedanke mich für dieses interessante und offene Gespräch und wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende. 

Leave a Reply

Loading Facebook Comments ...

No Trackbacks.